Zum Thema

Coaching & Training | Matthias Werner

Gedanken zur Entspannung

Stress!?

Möglicherweise kennen Sie das!

Bei der Frage nach Stress können Sie sofort mehrere Dinge, Handlungen und Situationen nennen, die bei Ihnen Stress hervorrufen. Es fällt Ihnen vermutlich sofort ein, was Stress bei Ihnen auslöst und wie Sie sich dabei fühlen. Sie haben ein ganzes Arsenal an Begriffen um Ihren persönlichen Stress zu beschreiben.
Werden Sie nach „Entspannung“ gefragt, fällt Ihnen möglicherweise nur ein, dass dafür der Stress aufhören müsste.

Entspannung

Wir neigen dazu für den negativen Zustand sehr genaue Beschreibungen zu verwenden. Den positiven Zustand, nämlich die Entspannung, beschreiben wir durch das Fehlen des negativen Zustandes.
Schon das Wort „Ent-Spannung“ weist darauf hin, dass wir eine Spannung haben und sie entfernen möchten. Selbst bei dem beruhigenden Zustand liegt in unserer Sprache der Schwerpunkt auf dem belastenden Teil, nämlich der Spannung. Allein dieser Sprachgebrauch führt bei vielen Menschen zu der unterbewussten Annahme, Entspannung sei eine enorm anstrengende Angelegenheit. Wo doch gerade das Gegenteil der Fall ist. Die Anspannung ist der aktive Teil. Das Loslassen ist der leichte, spielerische Teil der Aufgabe.

Stress

In der heutigen Zeit ist die Anspannung, der Stress, schon beinahe der Normalzustand für viele Menschen. Am Arbeitsplatz, in der Familie, selbst in der Schule und im Kindergarten wird über Stress und seine Folgen diskutiert. Und diese Folgen sind enorm.

Unser Organismus hat den Stress im Laufe der Evolution als Schutzmechanismus entwickelt. Und er hat sich als äußerst wirksam erwiesen. Das Überleben der Menschheit wäre ohne die segensreiche Erfindung „Stress“ schwer denkbar. Nur der Stress hat nämlich dazu geführt, dass unsere Vorfahren beim Anblick des Höhlenbären in Nullkommanichts geflüchtet sind oder in ausweglosen Situationen mit gewaltiger Kraft um ihr Leben kämpfen konnten.

Stress ist also durchaus sinnvoll für uns Menschen. Unsere Vorfahren haben allerdings die zahlreichen körperlichen Reaktionen auf Gefahrensituationen direkt ausleben können. Bei Stress werden Hormone ausgeschüttet, Organfunktionen herauf- oder heruntergefahren, Muskeln angespannt, Blutgefäße verengt oder geweitet, die Sicht eingeschränkt, Nerventätigkeit abgeschwächt, und vieles mehr. All diese Reaktionen setzen den Körper unter eine gewaltige Spannung.

Unsere Vorfahren fanden das sicher absolut fantastisch. Sie waren jetzt in der Lage mit aller Energie zu flüchten oder zu kämpfen und haben dabei den Stress direkt wieder abgebaut. Sie haben ihn buchstäblich verbrannt.

In unserer heutigen Zeit ist es schwierig oder gar unmöglich bei jeder Gefahrensituation den Körper wieder abzureagieren. Es ist uns unmöglich gegen jedes Auto zu kämpfen, das auf uns zu rast. Wir können auch schwerlich gegen den aggressiven Chef kämpfen oder vor ihm davon laufen. Wollten wir bei jedem erschreckenden Geräusch Hals über Kopf flüchten, wir hätten viel zu tun. Denken Sie an die Bewohner des Rhein-Main Gebiets, mit dem ständigen Fluglärm.

Wir werden heute sicher an einem Tag dem Stresspensum ausgesetzt, das unsere Vorfahren in einem ganzen Leben zu bewältigen hatten, ohne uns des dadurch entstandenen Ballasts zu entledigen. Die Folgen für den Körper sind katastrophal, wie Millionen von psychosomatischen Erkrankungen beweisen.

Wenn wir allerdings kaum noch in der Lage sind den Stress bei seiner Entstehung abzubauen, sollten wir für genügend Möglichkeiten sorgen um uns zu regenerieren und von den Auswirkungen der belastenden Situationen zu befreien.

Durch Entspannung können wir erreichen, was unsere Vorfahren durch Flucht oder Kampf erreicht haben. Wir erhalten unseren Körper gesund. Zudem sind wir gerade in der Entspannung sehr aufnahmebereit für Neues. Das bedeutet, in diesem Zustand fällt es uns sehr leicht unliebsame Gewohnheiten zu ändern, uns zu motivieren, Selbstvertrauen zu stärken und dergleichen mehr.

Einfache Techniken zur Entspannung

Schauen wir uns doch ein paar grundlegende Möglichkeiten zur persönlichen Entspannung an. Dabei handelt es sich um einfache, kurzfristige Übungen, die keinerlei Vorbereitung bedürfen. Sie können diese kleinen Helferlein jederzeit nutzen.

Dazu ist es unnötig sich einen besonderen Platz zu suchen.

Sie können so sitzen, stehen oder liegen, wie Sie es immer tun. Sie benötigen kein Mantra, kein Sitzkissen. Das einzig Interessante bei den Übungen sind Sie.

Bei einigen Übungen ist es möglicherweise gut sich hinzulegen. Techniken, die mit tiefer, bewusster Atmung durchgeführt werden lassen sich gut im Liegen durchführen. Einige Menschen spüren manchmal beim tiefen Einatmen einen leichten Schwindel. Sollte es Ihnen allerdings im Sitzen angenehmer sein, dann setzen Sie sich. Sie tun das, wobei Sie sich wohl fühlen.

Achten Sie darauf, was passiert. Spielen Sie mit den Techniken. Mischen Sie die Übungen. Es ist Ihre Entspannung. Gestalten Sie sie!

Punkt fixieren

Suchen Sie sich einen Punkt in Ihrer Umgebung. Vielleicht ein Baum vor dem Fenster, das Fenster selbst, die Kaffeetasse vor Ihnen. Es ist gleichgültig, was Sie sich aussuchen. Möglicherweise ist es etwas, das Sie gerne anschauen und selbst das ist gleichgültig.

Was immer Sie sich ausgesucht haben, schauen Sie es nun an. Ohne Bewertung, ohne auf etwas zu achten.

Schauen Sie es an!

Möglicherweise, wird Ihnen etwas daran auffallen. Dann schauen Sie sich an, was Ihnen auffällt. Gibt es keine Auffälligkeiten, keine interessanten Details, wunderbar. Schauen Sie den von Ihnen gewählten Punkt an. Und was auch immer mit Ihrer Aufmerksamkeit geschieht, lassen Sie geschehen!

Hände auf den Bauch

Legen Sie Ihre Hände auf den Bauch. Atmen Sie ein und aus. Tun Sie das völlig normal so, wie Sie es immer tun. Achten Sie auf Ihre Hände. Atmen Sie nun in den Bauch und achten dabei ebenfalls wieder auf Ihre Hände.

Wenn Sie möchten können Sie sich für diese Übung hinlegen. Wenn Sie lieber sitzen möchten, dann setzen Sie sich.

Atmen Sie in den Bauch und atmen nun ganz bewusst durch den Mund aus. Bei jedem Atemzug achten Sie auf Ihre Hände. Wann immer Sie möchten können Sie tiefer einatmen. Ganz so, wie es für Sie angenehm ist. Atmen Sie tief ein und durch den Mund wieder aus.

Achten Sie auf Ihre Hände!

Atemzüge zählen

Atmen Sie ein und aus. Zählen Sie Ihre Atemzüge. Es ist unerheblich ob Sie das Einatmen oder das Ausatmen zählen. Wenn Sie während der Übung wechseln möchten, wechseln Sie. Bei jedem Atemzug zählen Sie.

Fingerspitzen aufeinander

Legen Sie die Fingerspitzen aufeinander. Achten Sie auf das Gefühl in den Fingerspitzen. Fühlen Sie Ihren Puls, Ihren Herzschlag. Achten Sie darauf! Beobachten Sie , was geschieht und fühlen Sie das leichte Pulsieren in den Fingerspitzen.

Gesicht entspannen

Lösen Sie die Muskelspannung im Gesicht.

Beginnen Sie mit den Augenbrauen. Meist werden die Augenbrauen angezogen. Lassen Sie los. Lösen Sie nun die Spannung im Kiefer. Fühlen Sie die angenehme Schwere und achten Sie auf das Gefühl in den Wangen. Lösen Sie die Spannung in den Wangen. Nun lösen Sie die Spannung in der Zunge. Anschließend beginnen Sie wieder von vorne.

Augenbrauen lockern. Kiefer lockern. Wangen lockern. Zunge lockern.

Erfahrung sammeln

Möglicherweise ist Ihnen beim Ausprobieren aufgefallen, dass alle fünf Übungen die Aufmerksamkeit auf automatische Abläufe lenken. Der Körper entspannt sich, wenn wir ihn bewusst fühlen. Die oben beschriebenen Techniken leiten dazu an den Puls, die Atmung, den Herzschlag und die Muskulatur bewusst wahrzunehmen und zu fühlen. Sie richten dabei Ihre Aufmerksamkeit automatisch nach innen. Und dort möchten Sie bei Ihrer Ent-Spannung auch sein, bei sich selbst… Voll und Ganz!

Experimentieren Sie damit und sammeln Sie Erfahrung im Ent-Spannen!

Zum Thema

1 Kommentar

  1. G.Kiefer
    G.Kiefer07-12-2014

    Hallo Herr Werner,
    endlich finde ich wieder Zeit, auf Ihrer Seite zu schmöckern und mir ist aufgefallen, dass dieser Artikel über ENT-Spannung (genial!) und Stress auch etwas mit Selbsthypnose zu tun hat, die Sie in Ihrem Skript zum Downloaden beschreiben. Auch dort geht es viel um Entspannung. Gibt es denn auch eine konkrete Anleitung für eine Selbsthypnose? Wenn ich es auf eigene Faust versuche, verzettel ich mich meist und weiß auch nie, wann ich wie mit mir reden sollte. Und Sie schreiben, das sei enorm wichtig…

    Danke für Ihre Texte, Sie sind eine große Bereicherung!!!

    Gruß
    G.Kiefer

Möglicherweise möchten Sie den Artikel kommentieren.