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Coaching & Training | Matthias Werner

Motivationstraining

Haben Sie heute schon etwas gegessen?
Vermutlich schon. Falls nicht werden Sie es mit Sicherheit bald tun. Weshalb? Sie sind stark motiviert es zu tun. Sie haben einen wirklich guten Grund jeden Tag zu essen. Sie würden sterben wenn Sie es nicht tun würden. Sie würden Ihr Leben verlieren. DAS ist eine starke Motivation. Sie essen etwas. Und hätten Sie nichts zu essen würden sich alle Probleme sehr schnell auf ein einziges reduzieren:

ESSEN!

Stellen wir uns einen Menschen vor der abnehmen möchte, mit dem Rauchen aufhören oder Sport treiben und es gelingt ihm nicht. Frustriert verdrängt er sein Vorhaben. Wenn wir ihn fragen, weshalb er es nicht schafft, könnten Antworten kommen wie…
„Es gibt Wichtigeres!“ oder „Ich schaffe es einfach nicht!“ oder „Das kann ich immer noch tun!“ oder einfach „Warum denn?!“

Ja, warum denn?

Möglicherweise haben Sie ja auch ein Vorhaben, welches Sie gerne in die Tat umsetzen möchten. Vielleicht möchten ja auch Sie mit dem Rauchen aufhören wie unser Menschlein von oben. Sie möchten etwas in Ihrem Alltag ändern. Vielleicht schieben Sie eine Arbeit vor sich her und möchten Sie im Grunde erledigt haben.
Und es fehlt Ihnen irgendwie an Motivation. Es fehlt der Antrieb etwas zu ändern.

Gute Gründe

Bei meinen Kursteilnehmern kann ich immer wieder feststellen, dass sie zwar gerne das Projekt vorantreiben möchten, aber die simple Frage nach dem „Warum“ nicht beantworten können. Den meisten fallen nicht einmal fünf (5!) Gründe ein, weshalb sie morgens zur Arbeit gehen. Ja die wenigsten wissen weshalb sie überhaupt an diesem Kurs teilnehmen. Und fast alle beklagen sich über mangelnde Motivation.

Wir neigen leider dazu Motivation vorauszusetzen und machen uns deshalb wenig Gedanken darüber. Der Drang zu essen besteht von Natur aus. Die Atmung läuft ganz automatisch. Dazu brauchen wir uns nicht noch gesondert zu motivieren. Die Zeit für Ihr Hobby nehmen Sie sich ganz selbstverständlich und sind hoch motiviert dabei weiterzukommen. Weshalb haben wir für all diese Dinge genug Energie und jede Menge Motivation?

Weil Sie so enorm wichtig für uns sind, dass wir es verinnerlicht haben, sie zu tun. Die Kraft und Motivation kommt von innen. Unser Hobby zu pflegen erfüllt uns mit tiefer Zufriedenheit oder macht uns glücklich. Zu essen und zu atmen macht uns ebenfalls zufrieden und hält uns am Leben. Es ist schlichtweg überlebenswichtig. Wir wissen also einfach, dass es gut für uns ist diese Dinge zu tun.

Sie möchten abnehmen. Sie möchten in Ihrem Projekt vorankommen. Sie möchten mehr Sport treiben. Sie möchten Ihre Karriere ausbauen. Sie möchten einen bestehenden Zustand ändern.

Für Ihr momentanes Verhalten brauchen Sie keine Begründung mehr. Das haben Sie verinnerlicht. Möchten Sie jetzt etwas ändern, ist es wichtig, die Gründe für diese Änderung zu kennen. Ihr Unterbewusstsein weiß, dass Ihr Hobby wichtig ist, also sorgt es dafür, dass Sie es ausüben. Von dem beruflichen Projekt weiß es vermutlich sehr wenig. Möglicherweise weiß es nicht einmal weshalb Sie überhaupt mitmachen.

Sagen Sie es ihrem Unterbewusstsein! Nennen Sie ihm die Gründe für die Änderung! Und nennen Sie diese Gründe immer wieder! Nennen Sie sie solange bis sie verinnerlicht sind! Und nennen Sie diese Gründe laut! Sie müssen sie hören. Gehörte Sprache wird in unserem Gehirn völlig anders verarbeitet als gedachte Sprache. Sie haben jetzt noch einen Sinneskanal mehr eingebunden. Das ist ein Kanal mehr, um Ihr Unterbewusstsein zu überzeugen.

Sicherheit

Es ist kurz vor Ladenschluss. Sie setzen sich ins Auto und fahren Richtung Lottoannahmestelle. Es ist die letzte Möglichkeit den Schein abzugeben um eventuell den Jackpot von 28 Millionen zu gewinnen. Da bekommen Sie einen Anruf, dass gerade eben ein Freund gestürzt ist und sich das Bein gebrochen hat. Sie sollen ihn ins Krankenhaus bringen. Was tun Sie?

Vermutlich würden Sie umdrehen und ihren Freund ins Krankenhaus fahren.

Es ist kurz vor Ladenschluss. Sie setzen sich ins Auto und fahren Richtung Lottoannahmestelle. Es ist die letzte Möglichkeit den Schein abzugeben um ihr momentanes Vermögen von 28 Millionen zu BEHALTEN. Wenn Sie den Schein nicht abgeben verlieren Sie alles. Da bekommen Sie einen Anruf, dass gerade eben ein Freund gestürzt ist und sich das Bein gebrochen hat. Sie sollen ihn ins Krankenhaus bringen. Was tun Sie JETZT?

Vermutlich würden Sie jetzt erst den Schein abgeben, bevor Sie ihren Freund ins Krankenhaus fahren.

Etwas zu verlieren was wir schon besitzen, motiviert viel stärker, als die Möglichkeit etwas Neues zu bekommen. Unser Sicherheitsdenken ist enorm ausgeprägt und Sicherheit bedeutet eben alles so zu lassen wie es ist, denn es funktioniert ja. Deshalb fällt es oft so schwer, sich unliebsam gewordene Verhaltensweisen abzugewöhnen.

Machen Sie ihrem Unterbewusstsein klar was Sie verlieren könnten wenn Sie das bestehende Verhalten nicht ändern werden. Sie schreiten hoch motiviert zur Tat. Und durch geschickt benutzte Sprache fällt es Ihnen leicht sich zu überzeugen. Darüber wollen wir in einem späteren Artikel genauer nachdenken.

Eine andere Möglichkeit dies auszunutzen ist das Vorauserleben. Stellen Sie sich einfach vor, Sie hätten Ihr Verhalten schon geändert oder das Projekt wurde mit voller Energie erfolgreich zu Ende gebracht. Malen Sie sich diese Situation nun in schillernden Farben aus. Erleben Sie diese erfolgreiche Zukunft als wäre sie heute schon Wirklichkeit. Ihr Unterbewusstsein hat Schwierigkeiten, zwischen Einbildung und Realität zu unterscheiden. Es wird also dafür sorgen wollen, dass dieses Bild das Sie entwickelt haben, erhalten bleibt. Es wird hoch motiviert handeln.
Mit diesem Vorgehen können wir uns sehr effektiv für eine bevorstehende Handlung motivieren. Und die Anwendung dieser Motivationstechniken sollte möglichst mit Unterstützung eines erfahrenen Coaches geübt und trainiert werden. So können Sie das Optimum aus sich heraus holen und Ihre Vorhaben mit Energie zu einem erfolgreichen Abschluss bringen.
Was tun Sie wenn sie WÄHREND eines Vorhabens die Motivation verlässt? Vielleicht bekommen Sie den Eindruck, dass der Erfolg gefährdet ist oder jemand scheint Ihnen dazwischen zu funken und die Naturgewalten haben sich ohnehin gegen Sie verschworen. In dieser Situation ist es hilfreich ein paar einfache Techniken griffbereit zu haben. Schauen wir uns fünf davon an.

1. Lächeln

Sie fühlen sich gut, also lächeln Sie. Ihr Körper reagiert auf Ihre Emotionen und zeigt sie nach außen. Der Geist steuert den Körper. Allerdings holt sich der Geist unaufhörlich Feedback von unserem Körper und reagiert darauf.
Wir können also die körperlichen Reaktionen auf unsere Emotionen ebenso gut in der Gegenrichtung benutzen. Ein „künstliches“ Lächeln ruft in unserem Geist dieselbe Reaktion hervor wie ein „echtes“. Das Gehirn holt sich Feedback vom Körper und stellt fest: „Ich lächle!“. Es zieht den Schluss: „Mir geht es gut!“. Jetzt leitet es noch die nötigen Aktionen für mein Wohlbefinden ein und holt sich Feedback vom Körper. Die ganze Sache verstärkt sich nun gegenseitig und wird zum Selbstläufer.
„Lächle!“

2. Verantwortung übernehmen

Häufig sagen wir „Dafür kann ich nichts!“, „Das ist nicht meine Schuld!“, „Der Müller hat…!“, „Wenn der Bus pünktlich gekommen wäre…!“
Jemand hält eine Präsentation. Und die Resonanz ist nicht ganz so positiv wie erwartet. Dann ist schnell ein Schuldiger gefunden. Die Stifte waren nass oder trocken oder beides. Es waren gar keine Stifte da und der Chef ist blind. Die Luft war schlecht und im Himmel war Jahrmarkt.
Leider ist an all diesen Dingen nichts zu ändern. Allerdings kann man sich selbst ändern. Es ist nämlich durchaus möglich sich auf trockene, nasse oder gar keine Stifte vorzubereiten. Selbst auf einen blinden Chef kann man sich vorbereiten.
Sobald wir die Verantwortung für das übernehmen was geschieht, haben wir augenblicklich auch die Möglichkeit etwas daran zu ändern.
„Übernimm die Verantwortung!“

 3. Die „richtige Frage“

Voltaire sagte: „Das Bessere ist des Guten Feind!“
Antwortet der Erfolg nicht, war möglicherweise die Frage falsch. Oft nehmen wir irgendwelche Umstände als Tatsache hin. Von Zeit zu Zeit sollten auch funktionierende Vorgehensweisen hinterfragt werden. Möglicherweise funktionieren sie nur scheinbar oder gar umständlich. Es war über Jahrtausende hinweg eine prima Idee mit Feuer Licht zu machen. Mit einer Glühbirne geht es besser. Hätte Edison niemals gefragt, ob man nicht etwas verbessern könne, hätten wir noch länger auf das elektrische Licht gewartet. Wir sollten immer auch Funktionierendes hinterfragen.
„Stelle die richtige Frage!“

 4. Auf dem Weg wird man besser

Wir schauen bewundernd zu einer erfolgreichen Person auf. Man fragt sich wie er diese Leistung vollbringen konnte und vergisst dabei oft, dass sich die Person lange, manchmal sehr lange auf diesen Erfolg vorbereitet hat. Wir sehen nur das Ergebnis.
Sehen wir einen Kampfsportler, der mit dem Schienbein einen Baseballschläger durchtritt, so entsteht leicht der Eindruck, er habe übernatürliche Fähigkeiten. Mitnichten! Dieser Mensch ist ja nicht eines schönen Morgens aufgestanden und dachte sich: „So jetzt trete ich mal wie ein Besessener mit meinem Schienbein gegen irgendetwas unglaublich Hartes, vielleicht einen Baseballschläger, und alles wird gut“. Ganz im Gegenteil. Er hat sich sehr, sehr lange darauf vorbereitet. Seinen Tritt geübt, das Schienbein abgehärtet und sich mental vorbereitet. Für den Sportler ist der Bruch des Schlägers die notwendige Folge seiner Vorbereitung. Wir sehen nur das Ergebnis und sind erstaunt. Der Sportler sieht den Weg zu diesem Ergebnis, und dass er auf diesem Weg besser geworden ist.
„Auf dem Weg wird man besser.“

 5. Es ist schwer, bevor es leicht wird

Was auch immer wir bisher in unserem Leben gelernt haben, wir haben es erst einmal GELERNT.
Es ist wichtig und gut sich dafür die nötige Zeit zu nehmen. Als Kind war dieses Verhalten für uns völlig normal. Vermutlich würde die gesamte Menschheit noch immer auf allen Vieren umher krabbeln wenn wir als Erwachsene laufen lernen müssten. Der erste Fehlschlag ist für die meisten Menschen kaum zu überwinden. Der Zweite ist eine absolute Katastrophe und der Dritte, spätestens, führt zum Psychotherapeuten. Hätten wir uns als Kind so verhalten, wer würde heute auf zwei Beinen stehen? Wohl niemand.
Es ist für ein Kind völlig normal, nach dem Hinfallen wieder aufzustehen und hinzufallen und aufzustehen und so weiter. Es ist schwer laufen zu lernen. Irgendwann wird es leichter auf zwei Beinen zu stehen. Kurz darauf ist es völlig normal. Und dann kommt der Punkt an dem wir uns nicht einmal mehr Gedanken darüber machen. Erinnern wir uns:
„Es ist schwer, bevor es leicht wird.“

Dabei wirken diese Techniken wie eine Medizin. Sie helfen immer mehr je länger und gezielter sie eingesetzt werden.
Bei der Motivation spielt die Sprache natürlich eine ganz entscheidende Rolle. Welche Worte werden benutzt? In welchem Zusammenhang? Wie ist die Sprechgeschwindigkeit? Usw. Auch dies sollte geübt und trainiert werden. Hilfreich ist hier ein Coach, der als Beobachter korrigierend eingreifen kann. Viele Dinge müssen beim Mentaltraining erst einmal bewusst gemacht werden bevor man daran arbeiten kann.
Schulen Sie Ihre geistigen Kräfte und nutzen Sie diese im Alltag!

Motivationstraining unterstützt Sie!

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2 Kommentare

  1. Sebastian Schweighöfer
    Sebastian Schweighöfer01-13-2014

    Ich finde alle Beiträge hier so hilfreich und toll.
    Besonders der BEitrag Motivationstraining hat mir gut gefallen.
    Da beginnt man wirklich über sich nachzudenken.

    • Joe
      Joe01-16-2014

      Ja, finde ich auch total toll beschrieben hier mit dem Motivationstraining.

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