Selbsthypnose und Trance

Selbsthypnose – Das Thema

Hypnose ist für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Selbsthypnose übertrifft diese Ansicht meist noch. Da der Begriff Hypnose (altgriechisch: hypnos – Schlaf) leider oft genug wörtlich genommen wird, ist „Selbst“hypnose für Viele nicht vorstellbar.

Selbsthypnose

Wie soll ich mich denn mit meinen Autosuggestionen beschäftigen, wenn ich schlafe?

Zunächst räumen wir mit dem Vorurteil auf, Hypnose habe etwas mit „Schlaf“ zu tun. Es ist auch eher selten der Fall, dass Klienten in eine sehr tiefe Trance gehen und ihr Bewusstsein völlig ausblenden. Dieser Zustand ist dann, wie alles in der Hypnose, vom Klienten gewünscht. Der Hypnotiseur begleitet ihn dabei.

Um in der Hypnose an sich zu arbeiten reichen schon viel geringere Trancetiefen aus. Da Sie also „nicht“ schlafen und auch „nicht“ Ihr Bewusstsein verlieren, haben wir die erste Hürde schon mal genommen. Da Ihr Bewusstsein noch immer aktiv ist, können Sie also auch in der Selbsthypnose an sich arbeiten.

Dieser Artikel könnte Sie auch interessieren.

Obwohl sie in der Selbsthypnose noch immer Ihr Bewusstsein aktiv halten, ist es für viele Menschen anfangs schwer mit den Suggestionen zu arbeiten. Oft entspannen sie sich so sehr, dass es ihnen schlicht egal ist, was sie sich als Thema für ihre Suggestionen vorgenommen hatten.

Wie behalte ich bei der Selbsthypnose meinen roten Faden bei?

Bei einer Hypnosesitzung wird im Vorgespräch das Thema erarbeitet. Der Klient beschäftigt sich gründlich mit seinen Inhalten. Die gezielten Fragen des Coaches unterstützen ihn dabei. Er wird immer wieder zu seinem Thema geführt und kann immer tiefer eindringen. Hier findet der Klient mit der Unterstützung des Hypnotiseurs seine Schwerpunkte.

Das Vorgespräch erfüllt noch einen weiteren Zweck. Durch das intensive Gespräch findet der Coach die Worte und Formulierungen heraus, die dem Klienten beim Tranceaufbau behilflich sein könnten.

Vorgespräch ohne Coach

Bei der Selbsthypnose wird nun sowohl das Hauptthema, wie auch die notwendigen Formulierungen durch den Klienten selbst bestimmt.

Bevor Sie mit Ihrer Selbsthypnose starten, beschäftigen Sie sich mit Ihrem Wunschthema. Denken Sie darüber nach. Sprechen Sie mit sich selbst. Und tun Sie das ruhig laut. Gehörtes wird in unserem Hirn auf einem anderen Weg verarbeitet als gedachtes. Zudem gleiten manche Menschen beim bloßen Nachdenken ins Grübeln ab und das kann dann schnell im Chaos enden. Es kann auch hilfreich sein die Gedanken aufzuschreiben. Wir schreiben viel langsamer, als wir denken. Das Schreiben hält also auf und bremst die Gedanken dabei ab. Die Gefahr ins Grübeln abzudriften wird dadurch minimiert. Das ist der Grund, weshalb unsere Schriftsprache oft erheblich von der gesprochenen Sprache abweicht.

Sehr wirkungsvoll ist es daher, wenn Sie laut mit sich reden und die Gedanken zumindest stichwortartig festhalten. Dadurch fällt es Ihnen leichter die Formulierungen und Worte zu finden, die für Sie das gewünschte Thema repräsentieren. Aus diesen Worten bilden Sie dann Ihre Autosuggestionen.

Die eigentliche Selbsthypnose.

Sie haben sich nun sehr intensiv mit Ihrem Thema auseinandergesetzt. Sie haben Ihre Gedanken verfolgt, sie ausgesprochen, gehört und möglicherweise auch niedergeschrieben.

Nun starten Sie mit Ihrer einleitenden Entspannungsübung. Sie bringen sich mit Ihrer Lieblingsübung in einen angenehmen, gelassenen Zustand. Denken Sie dabei immer wieder an Ihre zuvor formulierten Autosuggestionen. Sie müssen sie nicht unbedingt aussprechen oder wortwörtlich im Geiste formulieren. Denken Sie daran, nur daran denken.

Durch dieses Vorgehen nutzen wir einen natürlichen Effekt, den wir alle vom Schlafen her kennen. Unser Hirn beschäftigt sich im Schlaf hauptsächlich mit dem, was es zuletzt beschäftigt hat. Deshalb ist es auch eine hervorragende Idee den tollen Horrorfilm direkt vorm Zubettgehen anzuschauen – zumindest, wenn Sie gerne Albträume haben. Sie könnte diesen Effekt natürlich auch positiv nutzen und die Vokabeln, die Rede oder die vorbereitete Präsentation vor dem Einschlafen durchlesen. Ihr Gehirn wird sich beim Schlafen hauptsächlich damit beschäftigen. Lernen vor dem Schlafen ist erstaunlich effektiv.

Durch Ihr Selbstgespräch und das Aufschreiben Ihrer Formulierungen haben Sie sich sehr intensiv mit Ihrem Thema auseinandergesetzt. Sie gleiten jetzt langsam und angenehm in Ihren Zustand der Ruhe und Gelassenheit und ganz automatisch wird sich Ihr Unterbewusstsein mit dem beschäftigen, was Sie zuletzt getan haben. Denn Sie haben sich mit Ihrem Thema beschäftigt.

Sie sind bei Ihrer Selbsthypnose voll und ganz bei Ihren Wunschinhalten. Das ist die logische Folge von dem, was Sie mit Ihrem „Vorgespräch“ vorbereitet haben.

Genießen Sie es!

1 Kommentar

  1. WAS EIN GENIALER ARTIKEL…! Bin ja schon begeistert von den „Stress-Beiträgen“, aber dieser Text toppt sie nochmal! WOW!

    Danke!

Comments are closed.