Natascha Reisbeck

Selbsthypnose

Meine Erfahrungen mit Selbsthypnose

Ich hatte eine panische Angst vor einem Zahnarztbesuch, seit ich ein Kind bin.

Sogar bei starken Zahnschmerzen hatte ich bis zum „geht nicht mehr“ gewartet. Nachdem ich meinen gesamten Mut gesammelt hatte und vor dem Behandlungszimmer auf meinen Termin wartete, waren die Schmerzen plötzlich weg. Komplett. Ich machte kehrt und ging nach Hause, ohne mich behandeln zu lassen. Und zu Hause kamen die Schmerzen wieder. Das passierte mir des Öfteren. Bestimmt kennt der Eine oder der Andere von Ihnen das auch.

Erst heute ist mir durch viele Gespräche mit Herrn Werner und das Nachdenken bewusst, was damals passiert ist. Und wozu wir fähig sind. Denn damals habe ich die Schmerzen vertrieben, weil die Behandlung für mich so unerträglich war. Ich hatte die Schmerzen für einen kurzen Moment total unbewusst ausgeschaltet. Mein Gehirn hat für mich gehandelt.
Heute habe ich es mit Hilfe von (Selbst)-Hypnose geschafft, die Angst bewusst erst in den Griff zu bekommen und später auch abzustellen.

Und so ist es passiert: vor einem anstehenden Zahnarzt-Termin (kein Kontroll-, sondern ein Behandlungstermin mit allem Drum und Dran) hatte ich ein Gespräch mit Herrn Werner vereinbart. Herrn Werner kenne ich seit vielen Jahren und vertraue ihm. Deshalb konnten wir im Vorgespräch auch ziemlich schnell den Grund meiner Panik vorm Zahnarzt feststellen. Und der Grund war auch anders als ich dachte und sogar etwas überraschend für mich. Denn die ganze Zeit meinte ich zu wissen, was die Sache ist.

Auf die Frage, was bei mir die Angst auslöst, kam schnell die Antwort: „das Geräusch von der Bohrmaschine“. Allein beim Gedanken an das Geräusch hatte ich Gänsehaut und Herzrasen bekommen. Auch heute noch wird mir ungemütlich bei der Erinnerung daran.

Es hat sich herausgestellt, dass das Geräusch an sich zwar unangenehme Gefühle auslöst, nicht aber der Grund für die Angst ist. Durch Rückfragen von Herrn Werner und nach weiteren Überlegungen hatte ich mich an eine negative Erfahrung einer Zahnarztbehandlung im Grundschulalter erinnert. Die Geschichte war bei mir immer schon präsent und ich hatte sie auch mit meiner Angst vor dem Zahnarztbesuch verbinden können. Das hat aber keine weiteren Auswirkungen für mich gehabt. Ich wusste nicht, was ich mit dieser Information anfangen soll.

Im weiteren Gesprächsverlauf konnten wir genau ermitteln, dass die Angst durch den Kontrollverlust (ich bin dem Zahnarzt ausgeliefert und habe keine Kontrolle mehr über das, was mit mir geschieht) entsteht.

Eine andere Sicht der Behandlung (ich tue mir was Gutes), die Tatsache, dass ich meinem Zahnarzt vertraue und er sich immer korrekt und höflich verhält sowie die Erleichterung, dass ich endlich verstehe, was mit mir los ist, haben mir ermöglicht, meine weiteren Zahnarztbesuche ohne Panik zu überstehen. Mittlerweile setze ich auch die Selbsthypnose zur Entspannung ein, die mir während dem Behandlungsprozess hilft.

Ich würde nicht behaupten, dass ich heute GERN zum Zahnarzt gehe. Doch habe ich nun keine Panikattacken mehr und empfinde meine Zahnarzttermine als etwas Normales und Selbstverständliches. Das Warten bedeutet für mich nicht mehr ein Graus, ich bleibe entspannt und ruhig. Und das Geräusch ist zwar immer noch blöd, macht mir aber nichts mehr aus.
Ich bin erstaunt über die Möglichkeiten der (Selbst)-Hypnose und wie schnell sie wirkt. Diese bleibende positive Einstellung entlastet mich und ich weiß, dass ich auch in weiteren Lebenslagen darauf zurückgreifen kann und Erfolg habe. Ich bin frei von der Angst.

Ein herzliches Dankeschön an Herrn Werner für seine Unterstützung!

Natascha Reisbeck