Motivationstraining
Haben Sie heute schon etwas gegessen?
Vermutlich schon. Falls nicht werden Sie es mit
Sicherheit bald tun. Weshalb? Sie sind stark motiviert es zu tun. Sie haben
einen wirklich guten Grund jeden Tag zu essen. Sie würden sterben wenn Sie es
nicht tun würden. Sie würden Ihr Leben verlieren. DAS ist eine starke Motivation.
Sie essen etwas. Und hätten Sie nichts zu essen würden sich alle Probleme sehr
schnell auf ein einziges reduzieren:
ESSEN!
Stellen wir uns einen Menschen vor der abnehmen möchte,
mit dem Rauchen aufhören oder Sport treiben und es gelingt ihm nicht.
Frustriert verdrängt er sein Vorhaben. Wenn wir ihn fragen, weshalb er es nicht
schafft, könnten Antworten kommen wie...
„Es gibt Wichtigeres!“ oder „Ich schaffe es einfach
nicht!“ oder „Das kann ich immer noch tun!“ oder einfach „Warum denn?!“
Ja, warum denn?
Möglicherweise haben Sie ja auch ein Vorhaben, welches Sie
gerne in die Tat umsetzen möchten. Vielleicht möchten ja auch Sie mit dem
Rauchen aufhören wie unser Menschlein von oben. Sie möchten etwas in Ihrem
Alltag ändern. Vielleicht schieben Sie eine Arbeit vor sich her und möchten Sie
im Grunde erledigt haben.
Und es fehlt Ihnen irgendwie an Motivation. Es fehlt der
Antrieb etwas zu ändern.
Gute Gründe
Bei meinen Kursteilnehmern kann ich immer wieder
feststellen, dass sie zwar gerne das Projekt vorantreiben möchten, aber die simple
Frage nach dem „Warum“ nicht beantworten können. Den meisten fallen nicht
einmal fünf (5!) Gründe ein, weshalb sie morgens zur Arbeit gehen. Ja die
wenigsten wissen weshalb sie überhaupt an diesem Kurs teilnehmen.
Und fast alle beklagen sich über mangelnde Motivation.
Wir neigen leider dazu Motivation vorauszusetzen und
machen uns deshalb wenig Gedanken darüber. Der Drang zu essen besteht von Natur
aus. Die Atmung läuft ganz automatisch. Dazu brauchen wir uns nicht noch
gesondert zu motivieren. Die Zeit für Ihr Hobby nehmen Sie sich ganz
selbstverständlich und sind hoch motiviert dabei weiterzukommen.
Weshalb haben wir für all diese Dinge genug Energie und
jede Menge Motivation?
Weil Sie so enorm wichtig für uns sind, dass wir es
verinnerlicht haben, sie zu tun. Die Kraft und Motivation kommt von innen. Unser
Hobby zu pflegen erfüllt uns mit tiefer Zufriedenheit oder macht uns glücklich.
Zu Essen und zu atmen macht uns ebenfalls zufrieden und hält uns am Leben. Es
ist schlichtweg überlebenswichtig. Wir wissen also einfach, dass es gut für uns
ist diese Dinge zu tun.
Sie möchten abnehmen. Sie möchten in Ihrem Projekt vorankommen. Sie möchten mehr Sport treiben. Sie möchten Ihre Karriere ausbauen. Sie
möchten einen bestehenden Zustand ändern.
Für Ihr momentanes Verhalten brauchen Sie keine
Begründung mehr. Das haben Sie verinnerlicht. Möchten Sie jetzt etwas ändern,
ist es wichtig, die Gründe für diese Änderung zu kennen. Ihr Unterbewusstsein
weiß, dass Ihr Hobby wichtig ist, also sorgt es dafür, dass Sie es ausüben. Von dem
beruflichen Projekt weiß es vermutlich sehr wenig. Möglicherweise weiß es nicht
einmal weshalb Sie überhaupt mitmachen.
Sagen Sie es ihrem Unterbewusstsein! Nennen Sie ihm die
Gründe für die Änderung! Und nennen Sie diese Gründe immer wieder! Nennen Sie
sie solange bis sie verinnerlicht sind! Und nennen Sie diese Gründe laut! Sie
müssen sie hören. Gehörte Sprache wird in unserem Gehirn völlig anders
verarbeitet als gedachte Sprache. Sie haben jetzt noch einen Sinneskanal mehr
eingebunden. Das ist ein Kanal mehr, um Ihr Unterbewusstsein zu überzeugen.
Sicherheit
Es ist kurz vor Ladenschluss. Sie setzen sich ins Auto
und fahren Richtung Lottoannahmestelle. Es ist die letzte Möglichkeit den
Schein abzugeben um eventuell den Jackpot von 28 Millionen zu gewinnen. Da
bekommen Sie einen Anruf, dass gerade eben ein Freund gestürzt ist und sich das
Bein gebrochen hat. Sie sollen ihn ins Krankenhaus bringen. Was tun Sie?
Vermutlich würden Sie umdrehen und ihren Freund ins Krankenhaus fahren.
Es ist kurz vor Ladenschluss. Sie setzen sich ins Auto
und fahren Richtung Lottoannahmestelle. Es ist die letzte Möglichkeit den
Schein abzugeben um ihr momentanes Vermögen von 28 Millionen zu
BEHALTEN. Wenn
Sie den Schein nicht abgeben verlieren Sie alles. Da bekommen Sie einen Anruf,
dass gerade eben ein Freund gestürzt ist und sich das Bein gebrochen hat. Sie
sollen ihn ins Krankenhaus bringen. Was tun Sie
JETZT?
Vermutlich würden Sie jetzt erst den Schein abgeben, bevor
Sie ihren Freund ins Krankenhaus fahren.
Etwas zu verlieren was wir schon besitzen, motiviert viel
stärker, als die Möglichkeit etwas neues zu bekommen. Unser Sicherheitsdenken
ist enorm ausgeprägt und Sicherheit bedeutet eben alles so zu lassen wie es ist,
denn es funktioniert ja. Deshalb fällt es oft so schwer, sich unliebsam
gewordene Verhaltensweisen abzugewöhnen.
Machen Sie ihrem Unterbewusstsein klar was Sie verlieren
könnten wenn Sie das bestehende Verhalten nicht ändern werden. Sie schreiten hoch
motiviert zur Tat. Und durch geschickt benutzte Sprache fällt es ihnen leicht sich
zu überzeugen. Darüber wollen wir in einem späteren Artikel genauer nachdenken.
Eine andere Möglichkeit dies auszunutzen ist das
Vorauserleben. Stellen Sie sich einfach vor, Sie hätten Ihr Verhalten schon
geändert oder das Projekt wurde mit voller Energie erfolgreich zu Ende
gebracht. Malen Sie sich diese Situation nun in schillernden Farben aus.
Erleben Sie diese erfolgreiche Zukunft als wäre sie heute schon Wirklichkeit.
Ihr Unterbewusstsein hat Schwierigkeiten, zwischen Einbildung und Realität zu
unterscheiden. Es wird also dafür sorgen wollen, dass dieses Bild das Sie
entwickelt haben, erhalten bleibt. Es wird hoch motiviert handeln.
Mit diesem Vorgehen können wir uns sehr effektiv für eine
bevorstehende Handlung motivieren. Und die Anwendung dieser
Motivationstechniken sollte möglichst mit Unterstützung eines erfahrenen Coach
geübt und trainiert werden. So können Sie das Optimum aus sich heraus holen und
Ihre Vorhaben mit Energie zu einem erfolgreichen Abschluss bringen.
Was tun Sie wenn sie
WÄHREND eines Vorhabens die
Motivation verlässt? Vielleicht bekommen Sie den Eindruck, dass der Erfolg
gefährdet ist oder jemand scheint ihnen dazwischen zu funken und die
Naturgewalten haben sich ohnehin gegen sie verschworen. In dieser Situation ist
es hilfreich ein paar einfache Techniken griffbereit zu haben. Schauen wir uns fünf
davon an.
1. Lächeln
Sie fühlen sich gut also lächeln Sie. Ihr Körper reagiert
auf ihre Emotionen und zeigt sie nach außen. Der Geist steuert den Körper.
Allerdings holt sich der Geist unaufhörlich Feedback von unserem Körper und
reagiert darauf.
Wir können also die körperlichen Reaktionen auf unsere
Emotionen ebenso gut in der Gegenrichtung benutzen. Ein „künstliches“ Lächeln
ruft in unserem Geist dieselbe Reaktion hervor wie ein „echtes“. Das Gehirn
holt sich Feedback vom Körper und stellt fest: „Ich lächle!“. Es zieht den Schluss:
„Mir geht es gut!“. Jetzt leitet es noch die nötigen Aktionen für mein
Wohlbefinden ein und holt sich Feedback vom Körper. Die ganze Sache verstärkt
sich nun gegenseitig und wird zum Selbstläufer.
„Lächle!“
2. Verantwortung übernehmen
Häufig sagen wir „Dafür kann ich nichts!“, „Das ist nicht
meine Schuld!“, „Der Müller hat...!“, „Wenn der Bus pünktlich gekommen wäre...!“
Jemand hält eine Präsentation. Und die Resonanz ist nicht
ganz so positiv wie erwartet. Dann ist schnell ein Schuldiger gefunden. Die
Stifte waren nass oder trocken oder beides. Es waren gar keine Stifte da und
der Chef ist blind. Die Luft war schlecht und im Himmel war Jahrmarkt.
Leider ist an all diesen Dingen nichts zu ändern. Allerdings
kann man sich selbst ändern. Es ist nämlich durchaus, möglich sich auf trockene,
nasse oder gar keine Stifte vorzubereiten. Selbst auf einen blinden Chef kann
man sich vorbereiten.
Sobald wir die Verantwortung für das übernehmen was
geschieht haben wir augenblicklich auch die Möglichkeit etwas daran zu ändern.
„Übernimm die Verantwortung!“
3. Die „richtige Frage“
Voltaire sagte: „Das Bessere ist des Guten Feind!“
Antwortet der Erfolg nicht war möglicherweise die Frage falsch.
Oft nehmen wir irgendwelche Umstände als Tatsache hin. Von Zeit zu Zeit sollten
auch funktionierende Vorgehensweisen hinterfragt werde. Möglicherweise funktionieren
sie nur scheinbar oder gar umständlich. Es war über Jahrtausende hinweg eine
prima Idee mit Feuer Licht zu machen. Mit einer Glühbirne geht es besser. Hätte
Edison niemals gefragt ob man nicht etwas verbessern könne hätten wir noch länger
auf das elektrische Licht gewartet. Wir sollten immer auch Funktionierendes
hinterfragen.
„Stelle die richtige Frage!“
4. Auf dem Weg wird man besser
Wir schauen bewundernd zu einer erfolgreichen Person auf.
Man fragt sich wie er diese Leistung vollbringen konnte und vergisst dabei oft,
dass sich die Person lange, manchmal sehr lange auf diesen Erfolg vorbereitet
hat. Wir sehen nur das Ergebnis.
Sehen wir einen Kampfsportler, der mit dem Schienbein
einen Baseballschläger durchtritt so entsteht leicht der Eindruck, er habe
übernatürliche Fähigkeiten. Mitnichten! Dieser Mensch ist ja nicht eines
schönen Morgens aufgestanden und dachte sich: "So jetzt trete ich mal wie ein Besessener
mit meinem Schienbein gegen irgendetwas unglaublich Hartes, vielleicht einen Baseballschläger,
und alles wird gut". Ganz im Gegenteil. Er hat sich sehr, sehr lange darauf
vorbereitet. Seinen Tritt geübt, das Schienbein abgehärtet und sich mental
vorbereitet. Für den Sportler ist der Bruch des Schlägers die notwendige Folge
seiner Vorbereitung. Wir sehen nur das Ergebnis und sind erstaunt. Der Sportler
sieht den Weg zu diesem Ergebnis, und dass er auf diesem Weg besser geworden ist.
„Auf dem Weg wird man besser."
5. Es ist schwer, bevor es leicht wird
Was auch immer wir bisher in unserem Leben gelernt haben,
wir haben es erst einmal GELERNT.
Es ist wichtig und gut sich dafür die nötige Zeit zu
nehmen. Als Kind war dieses Verhalten für uns völlig normal. Vermutlich würde
die gesamte Menschheit noch immer auf allen Vieren umher krabbeln wenn wir als
Erwachsener Laufen lernen müssten. Der erste Fehlschlag ist für die meisten
Menschen kaum zu überwinden. Der Zweite ist eine absolute Katastrophe und der
dritte, spätestens, führt zum Psychotherapeuten. Hätten wir uns als Kind so
verhalten, wer würde heute auf zwei Beinen stehen? Wohl niemand.
Es ist für ein Kind völlig normal, nach dem Hinfallen
wieder aufzustehen und hinzufallen und aufzustehen und so weiter. Es ist schwer
Laufen zu lernen. Irgendwann wird es leichter auf zwei Beinen zu stehen. Kurz darauf
ist es völlig normal. Und dann kommt der Punkt an dem wir uns nicht einmal mehr
Gedanken darüber machen. Erinnern wir uns:
„Es ist schwer, bevor es leicht wird.“
Dabei wirken diese Techniken wie eine Medizin. Sie helfen
immer mehr je länger und gezielter sie eingesetzt werden.
Bei der Motivation spielt die Sprache natürlich eine ganz
entscheidende Rolle. Welche Worte werden benutzt? In welchem Zusammenhang? Wie
ist die Sprechgeschwindigkeit? Usw. Auch dies sollte geübt und trainiert werden.
Hilfreich ist hier ein Coach, der als Beobachter
korrigierend eingreifen kann. Viele Dinge müssen beim Mentaltraining erst
einmal bewusst gemacht werden bevor man daran arbeiten kann.
Schulen Sie Ihre geistigen Kräfte und nutzen Sie diese im
Alltag!
Motivationstraining unterstützt Sie!
Matthias Werner