Selbstbeeinflussung durch Selbsthypnose

Coaching & Training | Matthias Werner

Gelassenheit durch Selbsthypnose (Quelle: pixabay)

Was macht das Werkzeug Selbsthypnose so erfolgreich?

Selbsthypnose und Hypnose sind natürliche Zustände des Geistes. Sie waren in Ihrem Leben viele Male in Hypnose, ohne es zu wissen. Schon wenn Sie auf etwas so stark konzentriert sind, dass nichts Anderes existiert, können wir das als Hypnose oder Trance bezeichnen.

Beobachten Sie einmal Kinder beim Spielen und Sie werden merken, dass eine Trance ein völlig natürlicher Zustand ist. Schauen Sie sich Menschen in einem Aufzug an. Es kommt vor, dass Leute beim Öffnen der Tür etwas orientierungslos wirken. Sie waren in Trance und sind jetzt aufgewacht. Die Enge in einem Aufzug setzt manche Menschen derart unter Stress, dass für ihr Hirn nur eine Fluchtmöglichkeit existiert, sie treten in eine Trance. Sie blenden ihre Umgebung aus.

Unsere Umwelt verändert sich in der heutigen Zeit stetig und schnell. Es ist immer wieder notwendig Gewohnheiten zu ändern oder bisher bewährtes anzupassen. Unser Gehirn spielt uns dabei manchmal einen Streich. Es hält gerne an bestehenden Muster und Verhaltensweisen fest, wenn sie bisher erfolgreich waren.

Was können wir tun, um diese Muster zu ändern und sie neuen Gegebenheiten anzupassen?

Selbsthypnose kann zur Lösung dieser Frage wichtige Dienste leisten. In einer Selbsthypnose leiten Sie einen hypnotischen Zustand selbst ein und verwenden diesen, um Ihre eigenen Wünsche und Anforderungen zu bearbeiten. In der Selbsthypnose sind Sie Ihr eigener Therapeut. Sie führen sich selbst in eine Trance und nutzen sie nach Ihren Vorstellungen.

Die meisten Menschen sind wahre Meister darin negative Suggestionen zu formulieren und erfolgreich anzuwenden.

  • „Ich kann dies und jenes nicht.“
  • „Irgendwie fühle ich mich nicht so gut.“
  • „Ich glaube, ich werde krank.“
  • „Das interessiert mich nicht.“


Wie oft hören wir diese oder ähnliche Sätze im Alltag? Wie oft haben Sie selbst diese Sätze schon benutzt? Denken Sie einmal darüber nach!

Und nun denken Sie einmal darüber nach, was diese Aussagen in Ihrem Körper anrichten können! Sie rücken den Fokus Ihrer Aufmerksamkeit auf die Aussage.
„Irgendwie fühle ich mich nicht so gut!“
Einige Tage nach einer solchen Aussage ist es mehr als wahrscheinlich, dass Sie tatsächlich krank werden.

Möglicherweise fallen Ihnen zahllose Beispiele in Ihrem bisherigen Leben ein, bei denen Sie den obigen Satz als Ausrede benutzt haben. Vielleicht wollten Sie einen Termin vermeiden und haben sich mit dieser Aussage aus der Affäre gezogen, um den Gegenüber zu respektieren. Möglicherweise sind Sie ein ehrlicher Mensch und haben sich anschließend mit dieser kleinen Lüge unwohl gefühlt. Ihr Unterbewusstsein wird nun bemüht sein, Ihre Realität wieder anzupassen. In der Folge werden Sie tatsächlich krank.

Dieses Vorgehen unseres Unterbewusstseins wird auch „Self handicapping“ genannt. Wir alle tun so etwas sehr oft in unserem Leben. Und es funktioniert erstaunlich gut. Einen ähnlichen Effekt nutzen wir in der Selbsthypnose. Allerdings nutzen wir ihn dann positiv. Und das ist mindestens genauso erfolgreich.

Self-handicapping

Suggestionen in der Selbsthypnose

Die Wirkung der Selbsthypnose steuern Sie über genau diese Suggestionen. In der Selbsthypnose wollen wir ein positives Resultat erzielen. Die Suggestionen werden positiv formuliert. Sie richten sie an sich selbst. Sie richten also einen Vorschlag an Ihr Unterbewusstsein. Wenn es diesen Vorschlag annimmt und in die Tat umsetzt, haben Sie eine erfolgreiche Suggestion platziert. Lehnt das Unterbewusstsein diesen Vorschlag ab, wird die Suggestion überarbeitet. Dadurch geben wir dem Unterbewusstsein eine andere Möglichkeit, den Erfolg umzusetzen. Daher ist es möglich und sogar wünschenswert mit der Formulierung Ihrer Autosuggestionen zu spielen. Denn einige Dinge werden von Ihrem Unterbewusstsein eher akzeptiert als andere.

Was mit solchen positiven Suggestionen in der Selbsthypnose alles möglich ist, zeigt ein Selbstversuch (Operieren ohne Betäubung). Ich habe mir in einer leichten Selbsthypnose ein Hämangiom entfernen lassen. Die Operation wurde völlig ohne Betäubung durchgeführt.
Mehr Informationen zum Thema Suggestionen und Selbsthypnose gibt es auf die-Selbsthypnose.de.)

Verschiedene Stadien der Trance in der Hypnose

In der Hypnose unterscheiden wir verschiedene Tiefen der Trance. Es wird unterteilt in die leichte Trance, mittlere Trance und die tiefe Trance. In der Hypnose und Selbsthypnose können Sie mit etwas Übung recht weit in die Trance vordringen. Für die Wirkung Ihrer Suggestionen ist die Tiefe weniger wichtig. Für die Wirkung ist vor allem entscheidend, dass Sie sauber, sicher und positiv formuliert haben.

Leichte Trance
Mittlere Trance
Tiefe Trance

Um in eine Trance zu gelangen, können Sie ein beliebiges Entspannungsverfahren benutzen. Experimentieren Sie mit verschiedenen Verfahren. Testen Sie und entwickeln Sie Ihre eigene Methode.

Bekannte Entspannungverfahren

  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelrelaxation
  • Yoga
  • Feldenkrais
  • Atemübungen

Wenn Sie noch keine Erfahrungen mit solchen Techniken haben, stelle ich Ihnen auf dieser Seite eine Möglichkeit vor. Sie finden auf dieser Webseite auch noch weitere Verfahren und Anregungen. In meinem E-Book zum Thema finden Sie mehrere Techniken und lernen zusätzlich die Trance zu vertiefen.

Eine einfache Technik zum Entspannen

Bei dieser Grundlagentechnik empfehle ich im Sitzen zu beginnen.
Setzen Sie sich also in Ihren Lieblingssessel, auf das Sofa oder auf Ihren Bürostuhl. Setzen Sie sich. Sie brauchen keine besondere Haltung einzunehmen. Viele Menschen verspannen sich erst recht, wenn man ihnen sagt, sie sollen sich entspannt hinsetzen. Setzen Sie sich also einfach nur hin.

  • Atmen Sie ein. Wenn es Ihnen leicht fällt tief einzuatmen, prima. Tun Sie es. Atmen Sie so tief ein, wie es Ihnen angenehm ist.
  • Nun strecken Sie Ihre Arme nach oben. Auch das tun Sie völlig normal. Es ist unnötig sich unnatürlich zu strecken. Strecken Sie sich einfach. Tun Sie diese Dinge spielerisch.
  • Ihre Arme sind gestreckt. Es ist Ihnen angenehm. Strecken Sie Ihre Arme nun in einem leichten Viertelkreis zur Seite. Möglicherweise tun Sie genau das morgens nach dem Aufstehen.
  • Beim Strecken nach außen atmen Sie aus. Tun Sie das bewusst. Und atmen Sie so lange aus, wie es Ihnen möglich ist. In aller Regel atmen wir zu flach ein und ebenfalls zu flach aus. Bei unserer kleinen Entspannungsübung achten Sie bewusst darauf länger auszuatmen als Sie eingeatmet haben.
  • Führen Sie diesen Ablauf drei- viermal durch.
  • Beim letzten Durchgang lassen Sie zu, dass sich Ihre Augen schließen. Tun Sie das ohne Zwang. Lassen Sie es zu. Wenn Sie diese Übung dreimal machen ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihre Augen sich von ganz alleine schließen.
  • Lassen Sie Ihre Hände auf Ihren Oberschenkeln zur Ruhe kommen.
  • Wenn Sie möchten, lassen Sie Ihre Augen noch einige Minuten zu und genießen die Gelassenheit.
Die 4-7-8 Atemtechnik

Nach dieser Entspannungsübung können Sie mit einfachen Suggestionen beginnen. Nutzen Sie diese Phase, um Ihre Selbsthypnose einzuleiten und die Gelassenheit zu vertiefen. An dieser Stelle formulieren Sie Hinweise und Vorschläge an Ihr Selbst. Benutzen Sie dabei Worte und Sätze, die für Sie etwas mit Gelassenheit, Ruhe und Wohlfühlen zu tun haben. Sie können sich hier auch eine ruhige wohltuende Fahrt zu einem Ort vorstellen, an dem Sie sich gut und sicher fühlen.

Studie der Universität Göttingen: Selbsthypnose hilft bei Schmerzen

Nach kurzer Zeit können Sie auch Worte wie „tiefer“ und „weiter“ einbauen. Wenn Sie vorher von Gelassenheit, Ruhe und Entspannung geredet haben, wird Ihr Unterbewusstsein diese Formulierungen nun mit Tiefe und Weite verbinden. Sie gelangen automatisch tiefer in Ihre Selbsthypnose.

Experimentieren Sie mit Ihrer Selbsthypnose und entdecken Sie Ihre Möglichkeiten!

Ergänzende Bücher zum Thema